Maren Falkenstein

Tierheilpraktikerin

 
 

Die Blutegeltherapie

Viele Menschen ekeln sich heutzutage vor den Blutegeln. Mir erging es anfangs nicht anders, jedoch konnte ich meine Abneigung zum Glück überwinden, denn die Egel sind sehr heilbringende kleine Tierchen, die seit Jahrtausenden eine Rolle in der Medizin spielen. Erste Aufzeichnungen entstammen so ca. 1500 v.Chr.

Das Wort "Egel" stammt von dem griechischen Wort "Echis" und bedeutet "kleine Schlange".

Es wird angenommen, das die Schlange des Aeskulapstabes einen Egel darstellt. Bei den Germanen wurde das Wort Blutegel nahezu gleichbedeutend mit dem Wort „Heiler“ verwendet und bei den Angelsachsen wurden im Mittelalter die Heiler „leecher“ (leech: engl. Blutegel) genannt.

Blutegel ernähren sich ausschließlich von Blut und eine Mahlzeit genügt ihnen für 1-2 Jahre.

Diese Behandlungsmethode zählt zu den aus- und ableitenden Heilverfahren, d. h. es werden Körpersäfte zur Ausscheidung gebracht wie bei einem sanften Aderlass.
Während des Saugens gibt das Tier einen Wirkstoffcocktail in die Wunde ab. Es sind noch nicht alle Wirkstoffe erforscht, aber man weiß, das sich im Speichel des Egels entzündungshemmende, schmerzstillende und blutverdünnende Stoffe befinden.

Hirudin: (der Name ist abgeleitet von Hirudo medicinalis = medizinischer Blutegel) wirkt blutgerinnungshemmend (blutverdünnend).

Calin: macht eine langfristige Blutgerinnungshemmung bis zu 20 Std. und wirkt als sanfter Aderlass.

Der Biss des Egels ist nahezu schmerzfrei, man vermutet, das sich im Speichel auch eine Art "örtliche Betäubung" befindet, dies ist aber noch nicht erwiesen.

Der Einsatz der medizinischen Blutegeltherapie ist bewährt bei:
- allgemeinen Gelenkerkrankungen (z.B. Arthrose, Arthritis, Spat)
- Hufrollenerkrankung
- Sehnenscheidenentzündungen
- Schleimbeutelentzündungen
- akute Rehe
- Hüftgelenkdysplasie (HD) bei Hunden
- Bandscheibenvorfall
- Cauda Equina
- krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule (z.B. Spondylosen)
- lokale Pyodermien
- Abzesse
- Furunkel, Karbunkel
- Ödeme
- alle Formen von Entzündungsprozessen
- allgemeine Entgiftung des Körpers
- Durchblutungsstörungen
- Nebenhöhlenentzündungen


Kontraindikationen
- Durchfall und Erbrechen
- Immunschwäche / schwache Konstitution
- Herz- und Kreislaufbeschwerden
- Anämie (Blutarmut)
- Blutgerinnungsstörungen z.B. Bluter
- bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
- akute Magengeschwüre
- Allergien
- allergische Reaktion auf die Wirkstoffe des Blutegels
- starke Narbenbildung
- Diabetes mellitus
- Tiere mit einem Gewicht unter 7 Kg.
- Trächtigkeit

Für eine Blutegelbehandlung sollten sie Zeit und Geduld mitbringen, die Behandlung kann bis zu 2,5 Std. dauern. Wichtig ist, dass sie die zu behandelnden Areale nicht waschen, oder eincremen, weil die Egel sonst nicht beißen.     

Die Wirkung dieser Therapie tritt meist unmittelbar auf und hat eine erstaunliche Langzeitwirkung. Sie bietet in vielen Fällen eine gute Alternative zu Schmerzmitteln, da sie für die inneren Organe wie Herz, Niere oder Leber nicht belastend ist.